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Versicherungen prüfen, laufende Kosten senken und wichtigen Schutz gezielt erhalten

Welche Versicherungen kann ich kündigen, um Geld zu sparen?

Viele Haushalte zahlen jeden Monat Beiträge für Versicherungen, die nicht mehr zur aktuellen Lebenssituation passen, sich überschneiden oder nur ein überschaubares finanzielles Risiko absichern.

Ein Versicherungscheck kann deshalb spürbares Einsparpotenzial aufdecken. Entscheidend ist jedoch, nicht pauschal möglichst viele Verträge zu kündigen. Sinnvoll ist eine klare Reihenfolge:

  1. Existenzielle Risiken absichern
  2. Doppelversicherungen beseitigen
  3. Leistungen und Beiträge optimieren
  4. Weniger wichtige Policen kritisch prüfen
  5. Erst anschließend Verträge kündigen

So reduzierst du deine laufenden Kosten, ohne dabei wichtige Absicherungen zu verlieren.

Direkte Antwort: Häufig kündbar oder verzichtbar sind beispielsweise Handyversicherungen, Brillenversicherungen, Reisegepäckversicherungen, separate Insassenunfallversicherungen und manche Geräteversicherungen. Private Haftpflicht-, Berufsunfähigkeits-, Kranken- oder Wohngebäudeversicherungen sollten dagegen nur nach einer sorgfältigen Prüfung verändert werden.

Welche Versicherungen kann man häufig kündigen?

Ob eine Versicherung sinnvoll ist, hängt immer von deiner persönlichen Situation ab. Einige Policen sichern allerdings Risiken ab, deren finanzielle Folgen viele Menschen selbst tragen könnten.

Handy- und Geräteversicherungen

Handy-, Laptop- und Elektronikversicherungen wirken auf den ersten Blick praktisch. Häufig stehen die Beiträge, Selbstbeteiligungen und Leistungsausschlüsse jedoch in einem ungünstigen Verhältnis zum Zeitwert des Geräts.

Gerade bei älteren Geräten sinkt der mögliche Erstattungsbetrag schnell. Gleichzeitig läuft der Versicherungsbeitrag weiter.

Eine Kündigung kann sinnvoll sein, wenn:

  • das Gerät bereits deutlich an Wert verloren hat,
  • du einen Ersatz finanziell selbst tragen kannst,
  • der Vertrag eine hohe Selbstbeteiligung enthält,
  • typische Schäden laut Bedingungen ausgeschlossen sind.

Alternative: Lege den bisherigen Monatsbeitrag auf ein separates Rücklagenkonto. So baust du dein eigenes Budget für Reparaturen oder Ersatzgeräte auf.

Brillenversicherung

Eine Brillenversicherung übernimmt je nach Tarif einen Teil der Kosten für neue Gläser oder Gestelle. Ob sich das rechnet, hängt von Beitrag, Erstattungshöhe und Nutzungsintervall ab.

Rechne deshalb über mehrere Jahre:

Gezahlte Beiträge + mögliche Selbstbeteiligung im Verhältnis zur realistischen Erstattung

Liegt deine voraussichtliche Erstattung nur geringfügig über den Beiträgen, bietet eine eigene Rücklage häufig mehr Flexibilität.

Reisegepäckversicherung

Eine eigenständige Reisegepäckversicherung ist für viele Reisende verzichtbar. Je nach Schadenart kann bereits über andere Verträge ein begrenzter Schutz bestehen. Gleichzeitig enthalten Reisegepäckversicherungen häufig genaue Vorgaben zur Beaufsichtigung und Aufbewahrung des Gepäcks.

Wichtiger kann eine Auslandsreisekrankenversicherung sein. Sie schützt vor hohen Behandlungskosten im Ausland und sollte daher getrennt von der Reisegepäckversicherung bewertet werden.

Insassenunfallversicherung

Die Insassenunfallversicherung wird häufig zusätzlich zur Kraftfahrzeugversicherung angeboten. Viele Personenschäden sind bereits über andere Systeme oder Versicherungen abgesichert, beispielsweise über die Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers.

Für einen weitergehenden persönlichen Unfallschutz ist eine umfassende private Unfallversicherung meist zielgerichteter als eine Police, die ausschließlich Fahrzeuginsassen absichert.

Sterbegeldversicherung

Eine Sterbegeldversicherung soll die späteren Bestattungskosten abdecken. Besonders bei einem Abschluss in höherem Alter kann die Summe der Beiträge langfristig einen erheblichen Anteil der garantierten Versicherungsleistung erreichen.

Eine Kündigung muss dennoch genau berechnet werden, weil der ausgezahlte Rückkaufswert niedriger als die bisher gezahlten Beiträge sein kann.

Mögliche Alternativen:

  • zweckgebundene Rücklage,
  • separates Tagesgeldkonto,
  • bestehende Lebensversicherung,
  • ausreichendes frei verfügbares Vermögen.

Vor einer Kündigung solltest du dir den aktuellen Rückkaufswert und mögliche beitragsfreie Leistungen schriftlich mitteilen lassen.

Restschuldversicherung

Restschuldversicherungen werden häufig gemeinsam mit Krediten abgeschlossen. Sie sollen Kreditraten bei Arbeitsunfähigkeit, Arbeitslosigkeit oder Tod absichern.

Die Verbraucherzentrale bewertet viele dieser Verträge aufgrund hoher Kosten und begrenzter Leistungen kritisch. Bestehende Restschuldversicherungen können häufig gekündigt werden; abhängig von der Vertragsgestaltung kann ein Teil einer gezahlten Einmalprämie erstattet werden.

Vor der Kündigung solltest du prüfen:

  • Welche Risiken sind tatsächlich versichert?
  • Welche Ausschlüsse und Wartezeiten gelten?
  • Existiert bereits eine Berufsunfähigkeits- oder Risikolebensversicherung?
  • Wie hoch fällt eine mögliche Beitragserstattung aus?
  • Ist der Kreditvertrag rechtlich oder wirtschaftlich an die Versicherung gekoppelt?

 

Welche Versicherungen sollte ich grundsätzlich behalten?

Einige Versicherungen schützen vor Schäden, die deine finanzielle Existenz gefährden können. Hier steht die Qualität des Versicherungsschutzes vor der kurzfristigen Beitragsersparnis.

Private Haftpflichtversicherung

Die private Haftpflichtversicherung gehört zu den wichtigsten privaten Versicherungen. Wer einer anderen Person einen Schaden zufügt, kann grundsätzlich mit seinem gesamten Vermögen haften.

Besonders Personenschäden können Forderungen in erheblicher Höhe auslösen. Eine bestehende private Haftpflichtversicherung solltest du daher nur kündigen, wenn ein neuer, geeigneter Vertrag ohne zeitliche Lücke anschließt.

Eine Kündigung ist bei vielen Haftpflichtverträgen zum Ende der Versicherungsperiode möglich. Häufig gilt eine Frist von drei Monaten; maßgeblich bleiben die konkreten Versicherungsbedingungen.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Berufsunfähigkeitsversicherung sichert dein Einkommen ab, wenn du deinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen dauerhaft nicht mehr oder nur noch eingeschränkt ausüben kannst.

Eine vorschnelle Kündigung kann langfristig problematisch sein. Ein späterer Neuabschluss erfolgt meist auf Basis deines dann aktuellen Alters, Berufs und Gesundheitszustands. Neue Erkrankungen können zu Risikozuschlägen, Ausschlüssen oder einer Ablehnung führen.

Bevor du kündigst, solltest du unter anderem diese Alternativen prüfen:

  • Beitrag reduzieren,
  • Berufsunfähigkeitsrente anpassen,
  • Dynamik aussetzen,
  • Zahlweise ändern,
  • Zusatzbausteine prüfen,
  • Vertrag vorübergehend beitragsfrei stellen,
  • internen Tarif oder Vertragsgestaltung optimieren.

Eine Beitragsfreistellung kann die spätere Leistung deutlich reduzieren. Lass dir deshalb vorab schriftlich berechnen, welche Absicherung erhalten bleibt.

Krankenversicherung

Eine private oder gesetzliche Krankenversicherung darf nicht wie eine gewöhnliche Zusatzversicherung betrachtet werden. In Deutschland besteht grundsätzlich eine Pflicht zur Absicherung im Krankheitsfall.

Bei einem Wechsel innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung ist seit 2021 grundsätzlich keine separate Kündigung bei der bisherigen Krankenkasse erforderlich. Die neue Krankenkasse informiert die bisherige Kasse. Wer das System der gesetzlichen Krankenversicherung verlässt, muss den Austritt dagegen gesondert erklären.

Eine private Krankheitskostenvollversicherung sollte erst gekündigt werden, wenn der anschließende Versicherungsschutz verbindlich geklärt ist. Für private Krankenversicherungen enthält § 205 Versicherungsvertragsgesetz besondere Kündigungsregeln.

Wichtig: Eine günstigere Krankenversicherung ist nur dann ein echter Vorteil, wenn Leistungen, Selbstbeteiligung, Beitragsentwicklung und langfristige Auswirkungen gemeinsam betrachtet werden.

Wohngebäudeversicherung

Für Eigentümer schützt die Wohngebäudeversicherung einen wesentlichen Vermögenswert. Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Sturm oder weitere vereinbarte Gefahren können sehr hohe Kosten verursachen.

Bei finanzierten Immobilien verlangt häufig auch die finanzierende Bank einen ausreichenden Versicherungsschutz.

Wohngebäudeversicherungen können vielfach mit einer Frist von drei Monaten zum Ablauf des Versicherungsjahres ordentlich gekündigt werden. Nach einem regulierten Schaden kann unter bestimmten Voraussetzungen eine außerordentliche Kündigung möglich sein.

Vor einem Wechsel sollte der neue Versicherungsschutz bestätigt sein. Besonders wichtig sind:

  • Versicherungssumme oder Unterversicherungsverzicht,
  • grobe Fahrlässigkeit,
  • Elementarschäden,
  • Ableitungsrohre,
  • Nebengebäude,
  • Photovoltaikanlagen,
  • Überspannungsschäden,
  • altersbedingte Ausschlüsse und Selbstbeteiligungen.

Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung

Für zugelassene Fahrzeuge ist eine Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung gesetzlich erforderlich. Du kannst den Anbieter wechseln, solltest jedoch keinen Zeitraum ohne Versicherungsschutz entstehen lassen.

Bei vielen Verträgen endet das Versicherungsjahr am 31. Dezember. Dann muss die Kündigung häufig spätestens am 30. November beim Versicherer eingehen. Es gibt jedoch auch unterjährige Hauptfälligkeiten, weshalb der konkrete Versicherungsschein entscheidend ist.

Sparen lässt sich möglicherweise durch:

  • Vergleich mehrerer Tarife,
  • realistische Jahresfahrleistung,
  • angepassten Fahrerkreis,
  • Werkstattbindung,
  • höhere Selbstbeteiligung,
  • jährliche statt monatliche Zahlung,
  • optimierte Kaskoauswahl.

 

Welche Versicherungen hängen von meiner Lebenssituation ab?

Ein Vertrag kann für eine Person verzichtbar und für eine andere existenziell wichtig sein.

Hausratversicherung

Eine Hausratversicherung schützt dein bewegliches Eigentum, beispielsweise bei Feuer, Einbruchdiebstahl, Leitungswasser oder Sturm.

Sie ist besonders relevant, wenn du deinen gesamten Hausrat nach einem größeren Schaden finanziell nicht ohne Weiteres ersetzen könntest.

Eine Kündigung kann eher infrage kommen, wenn:

  • dein Hausrat nur einen geringen Gesamtwert besitzt,
  • ausreichend liquide Rücklagen vorhanden sind,
  • du aus einem gemeinsamen Haushalt ausziehst,
  • ein Partner bereits einen passenden Vertrag besitzt,
  • zwei Verträge denselben Haushalt absichern.

Hausratverträge haben häufig eine Kündigungsfrist von drei Monaten zum Vertragsende. Maßgeblich sind die jeweiligen Vertragsbedingungen.

Rechtsschutzversicherung

Eine Rechtsschutzversicherung übernimmt je nach Tarif Kosten für Anwälte, Gerichte und Sachverständige. Ob du sie brauchst, hängt unter anderem von deinem Beruf, deiner Wohnsituation, deinem Verkehrsrisiko und möglichen Konfliktfeldern ab.

Vor einer Kündigung solltest du besonders beachten:

  • neue Wartezeiten bei einem späteren Vertrag,
  • bereits entstandene oder absehbare Rechtsstreitigkeiten,
  • Ausschlüsse eines neuen Anbieters,
  • versicherte Lebensbereiche,
  • Selbstbeteiligung,
  • Umfang des Verkehrs-, Berufs-, Privat- und Wohnrechtsschutzes.

Ein Wechsel kann sinnvoller als eine vollständige Kündigung sein.

Private Unfallversicherung

Eine private Unfallversicherung zahlt bei einer dauerhaften Beeinträchtigung infolge eines versicherten Unfalls. Sie ersetzt jedoch keine Berufsunfähigkeitsversicherung, weil viele Fälle dauerhafter Arbeitsunfähigkeit durch Krankheiten und nicht durch Unfälle entstehen.

Relevant kann sie insbesondere sein für:

  • Kinder,
  • Personen ohne Zugang zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung,
  • Menschen mit körperlich riskanten Hobbys,
  • Selbstständige mit besonderem Absicherungsbedarf,
  • Personen mit erhöhtem Unfallrisiko.

Entscheidend sind nicht nur der Beitrag, sondern vor allem Invaliditätsgrundsumme, Progression, Gliedertaxe und Ausschlüsse.

Risikolebensversicherung

Eine Risikolebensversicherung ist wichtig, wenn andere Menschen finanziell von deinem Einkommen abhängen oder gemeinsame Darlehen bestehen.

Typische Zielgruppen sind:

  • Eltern,
  • Ehepaare und unverheiratete Paare,
  • Immobilienfinanzierer,
  • Hauptverdiener,
  • Geschäftspartner mit gegenseitiger wirtschaftlicher Abhängigkeit.

Eine Kündigung kann eher infrage kommen, wenn keine finanziell abhängigen Personen und keine relevanten Verbindlichkeiten mehr bestehen. Vorher sollte geprüft werden, ob die Versicherungssumme reduziert oder die Laufzeit angepasst werden kann.

 

Wann lohnt sich ein Versicherungswechsel mehr als eine Kündigung?

Die entscheidende Frage lautet häufig nicht: „Brauche ich diese Versicherung überhaupt?“

Besser ist:

„Kann ich dasselbe wichtige Risiko mit einem passenderen Vertrag günstiger oder leistungsstärker absichern?“

Ein Wechsel kann sinnvoll sein, wenn:

  • dein Vertrag deutlich teurer als vergleichbare Tarife ist,
  • wichtige Leistungen fehlen,
  • deine Lebenssituation sich verändert hat,
  • veraltete Versicherungssummen vereinbart sind,
  • unnötige Zusatzbausteine enthalten sind,
  • mehrere Risiken doppelt versichert sind.

Wichtig ist der richtige Ablauf:

  1. Bestehenden Vertrag analysieren
  2. Neuen Versicherungsschutz vergleichen
  3. Gesundheits- oder Risikoprüfung abschließen
  4. Annahme des neuen Versicherers abwarten
  5. Erst danach den alten Vertrag kündigen

So vermeidest du eine Versicherungslücke oder den Verlust eines wertvollen Altvertrags.

 

Wo liegen die größten Sparpotenziale?

Das größte Einsparpotenzial liegt häufig nicht in einer einzelnen Kündigung. Mehrere kleinere Optimierungen können zusammen eine deutliche jährliche Entlastung ergeben.

Doppelversicherungen beseitigen

Doppelter Schutz entsteht häufig nach:

  • Zusammenzug,
  • Heirat,
  • Trennung,
  • Auszug aus dem Elternhaus,
  • Arbeitgeberwechsel,
  • Fahrzeugwechsel,
  • Immobilienkauf,
  • Abschluss eines Kredit- oder Bankpakets.

Typische Überschneidungen betreffen:

  • Privathaftpflicht,
  • Hausrat,
  • Rechtsschutz,
  • Auslandsreisekrankenversicherung,
  • Schutzbriefleistungen,
  • Reiseversicherungen,
  • Geräteversicherungen.

Bei einem gemeinsamen Haushalt lässt sich häufig ein Partner in einen bestehenden Vertrag integrieren. Welcher Vertrag beendet werden sollte, hängt von Leistungen, Alter, Beitrag und Kündigungsbedingungen ab.

Jährliche Zahlweise wählen

Viele Versicherer verlangen bei monatlicher oder vierteljährlicher Zahlung einen Ratenzahlungszuschlag. Eine jährliche Zahlung kann deshalb günstiger sein.

Prüfe vorher, ob die einmalige Belastung zu deiner Liquiditätsplanung passt.

Selbstbeteiligung sinnvoll erhöhen

Eine höhere Selbstbeteiligung kann den laufenden Beitrag reduzieren. Sie sollte jedoch so gewählt werden, dass du sie im Schadenfall problemlos bezahlen kannst.

Die Erhöhung lohnt sich nur, wenn die Beitragsersparnis in einem vernünftigen Verhältnis zum zusätzlichen Eigenanteil steht.

Leistungsbausteine anpassen

Manche Verträge enthalten Zusatzleistungen, die nicht mehr zur Lebenssituation passen.

Beispiele:

  • nicht mehr benötigter Fahrerschutz,
  • zu großer versicherter Personenkreis,
  • überholte Reisebausteine,
  • nicht mehr vorhandene Zusatzgeräte,
  • zu hohe oder zu niedrige Versicherungssummen,
  • doppelte Assistance-Leistungen.

Hier kann eine Vertragsänderung sinnvoller sein als eine vollständige Kündigung.

 

Wann kann ich eine Versicherung kündigen?

Bei vielen Sachversicherungen ist eine ordentliche Kündigung zum Ende der vereinbarten Versicherungsperiode möglich.

Die Kündigungsfrist liegt abhängig vom Vertrag häufig zwischen einem und drei Monaten. Die konkrete Frist findest du im Versicherungsschein und in den Versicherungsbedingungen. Die BaFin weist darauf hin, dass Kündigungsfristen für Versicherungsnehmer und Versicherer grundsätzlich gleich lang sein müssen und zwischen einem und drei Monaten liegen.

Ordentliche Kündigung

Eine ordentliche Kündigung erfolgt zum regulären Vertragsende. Ein besonderer Grund ist dafür nicht erforderlich.

Bei vielen Verträgen gilt eine Frist von drei Monaten zum Ablauf des Versicherungsjahres. Die Kündigung muss rechtzeitig beim Versicherer eingehen.

Sonderkündigung bei Beitragserhöhung

Erhöht der Versicherer den Beitrag, ohne den Versicherungsschutz entsprechend zu erweitern, kann ein Sonderkündigungsrecht bestehen.

Die Kündigung muss häufig innerhalb eines Monats nach Zugang der Mitteilung erklärt werden. Wirksam wird sie üblicherweise zu dem Zeitpunkt, zu dem die Beitragserhöhung gelten soll.

Kündigung nach einem Schaden

Bei verschiedenen Schadenversicherungen können sowohl Versicherungsnehmer als auch Versicherer nach einem abgeschlossenen Schadenfall ein besonderes Kündigungsrecht besitzen.

Die Voraussetzungen und Fristen ergeben sich aus dem Vertrag und den gesetzlichen Bestimmungen. Vor einer Kündigung solltest du prüfen, ob ein anderer Versicherer den gewünschten Schutz zu passenden Konditionen übernimmt.

Kündigung bei Verkauf oder Wegfall des Risikos

Wird ein versichertes Risiko verkauft oder fällt es vollständig weg, gelten je nach Versicherungsart besondere Regeln.

Das betrifft beispielsweise:

  • Verkauf eines Fahrzeugs,
  • Verkauf einer Immobilie,
  • Auflösung eines Haushalts,
  • Aufgabe eines Gewerbes,
  • Wegfall eines versicherten Gegenstands.

Bei einer Wohngebäudeversicherung geht der Vertrag beim Immobilienverkauf grundsätzlich zunächst auf den Erwerber über. Dieser verfügt unter bestimmten Voraussetzungen über ein zeitlich begrenztes Kündigungsrecht. Die gesetzlichen Regelungen ergeben sich aus dem Versicherungsvertragsgesetz.

 

Wie kündige ich eine Versicherung richtig?

Eine Kündigung sollte eindeutig und nachweisbar erfolgen.

Diese Angaben gehören in die Kündigung

  • vollständiger Name,
  • aktuelle Anschrift,
  • Versicherungsnummer,
  • Bezeichnung des Vertrags,
  • gewünschter Kündigungstermin,
  • Bitte um schriftliche Bestätigung,
  • gegebenenfalls Grund der Sonderkündigung,
  • gegebenenfalls Nachweise.

Eine sichere Formulierung lautet:

Hiermit kündige ich den Versicherungsvertrag mit der Versicherungsnummer [Nummer] fristgerecht zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Bitte bestätige mir das Vertragsende schriftlich und teile mir das konkrete Beendigungsdatum mit.

Bei einer Sonderkündigung sollte der konkrete Grund ergänzt werden.

Zugang der Kündigung nachweisen

Entscheidend ist regelmäßig, wann die Kündigung beim Versicherer eingeht.

Geeignete Wege können sein:

  • Kundenportal,
  • Kündigungsbutton auf der Website,
  • E-Mail mit dokumentiertem Versand,
  • Einschreiben,
  • Fax mit Sendebericht,
  • schriftliche Bestätigung durch den Versicherer.

Bewahre die Kündigung und den Versandnachweis mindestens bis zur endgültigen Vertragsbeendigung auf.

 

Lebens- und Rentenversicherungen niemals vorschnell kündigen

Kapitalbildende Lebensversicherungen und private Rentenversicherungen benötigen eine gesonderte wirtschaftliche Bewertung.

Bei einer Kündigung erhältst du grundsätzlich den vertraglich ermittelten Rückkaufswert. Dieser kann insbesondere in den ersten Vertragsjahren deutlich unter den gezahlten Beiträgen liegen. Außerdem können Garantien, steuerliche Vorteile oder eine enthaltene Absicherung verloren gehen.

Die Verbraucherzentrale empfiehlt, vor einer Kündigung zunächst mögliche Alternativen zu prüfen.

Mögliche Alternativen zur Kündigung

  • Beiträge reduzieren,
  • Vertrag beitragsfrei stellen,
  • Dynamik aussetzen,
  • Zusatzversicherungen herausnehmen,
  • Laufzeit oder Leistung anpassen,
  • Vertrag verkaufen,
  • Policendarlehen prüfen,
  • Fonds oder Anlagestrategie innerhalb des Vertrags ändern.

Eine Beitragsfreistellung stoppt zwar die laufenden Beiträge, reduziert jedoch regelmäßig die spätere Auszahlung oder Rente.

 

So gehst du bei deinem Versicherungscheck vor

Schritt 1 – Alle Verträge erfassen

Sammle Versicherungsscheine, aktuelle Beitragsrechnungen und Nachträge. Erfasse für jeden Vertrag:

  • Versicherungsart,
  • Gesellschaft,
  • Vertragsnummer,
  • Jahresbeitrag,
  • Versicherungsbeginn,
  • Hauptfälligkeit,
  • Kündigungsfrist,
  • Leistungen,
  • Selbstbeteiligung,
  • versicherte Personen.

Schritt 2 – Risiken priorisieren

Ordne jeden Vertrag einer von drei Kategorien zu:

Existenzielle Absicherung
Beispielsweise private Haftpflicht, Krankenversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung und Wohngebäudeversicherung.

Wichtige Absicherung nach Lebenssituation
Beispielsweise Hausrat, Rechtsschutz, Unfall- oder Risikolebensversicherung.

Komfort- und Kleinschadenversicherung
Beispielsweise Handy-, Brillen-, Geräte- oder Reisegepäckversicherung.

Schritt 3 – Überschneidungen erkennen

Prüfe, ob dieselbe Leistung bereits über einen anderen Vertrag, deinen Partner, einen Automobilclub, eine Kreditkarte oder den Arbeitgeber vorhanden ist.

Wichtig: Eine ähnliche Bezeichnung bedeutet nicht automatisch identische Leistungen. Vergleiche immer die Bedingungen.

Schritt 4 – Kosten und Nutzen bewerten

Stelle dem Jahresbeitrag gegenüber:

  • maximal mögliche Leistung,
  • Wahrscheinlichkeit eines Schadens,
  • mögliche finanzielle Schadenhöhe,
  • Selbstbeteiligung,
  • Ausschlüsse,
  • vorhandene Rücklagen.

Eine Versicherung ist besonders wichtig, wenn die mögliche Schadenhöhe deine eigenen finanziellen Möglichkeiten deutlich übersteigt.

Schritt 5 – Erst optimieren, dann kündigen

Prüfe zunächst Tarifwechsel, Leistungsanpassung, Selbstbeteiligung, Zahlweise und den Wegfall unnötiger Zusatzbausteine.

Erst wenn der Vertrag keinen angemessenen Nutzen mehr bietet, solltest du eine Kündigung vorbereiten.

 

Häufig gestellte Fragen

Welche Versicherungen sind meist überflüssig?

Häufig verzichtbar sind Versicherungen für kleinere, selbst finanzierbare Schäden. Dazu können Handy-, Geräte-, Brillen-, Reisegepäck- und Insassenunfallversicherungen gehören. Die persönliche finanzielle Situation und die konkreten Vertragsleistungen bleiben entscheidend.

Welche Versicherung sollte man niemals ersatzlos kündigen?

Eine private Haftpflichtversicherung sollte grundsätzlich nicht ersatzlos entfallen. Auch eine Krankenversicherung, Wohngebäudeversicherung oder Berufsunfähigkeitsversicherung sollte nur nach individueller Prüfung und gegebenenfalls mit nahtlosem Anschlussvertrag verändert werden.

Wie viel Geld kann ich durch einen Versicherungscheck sparen?

Die mögliche Ersparnis hängt von der Anzahl, dem Alter und der Qualität deiner Verträge ab. Potenziale entstehen insbesondere durch Doppelversicherungen, unnötige Zusatzbausteine, ungünstige Zahlweisen und veraltete Tarife.

Kann ich jede Versicherung jährlich kündigen?

Nicht automatisch. Vertragslaufzeit, Versicherungsperiode und Kündigungsfrist ergeben sich aus dem Versicherungsschein und den Versicherungsbedingungen. Bei vielen Sachversicherungen ist eine Kündigung zum Ende des Versicherungsjahres möglich.

Kann ich nach einer Beitragserhöhung kündigen?

Oft besteht ein Sonderkündigungsrecht, wenn der Beitrag steigt, ohne dass sich der Leistungsumfang entsprechend erhöht. Die Frist beträgt häufig einen Monat ab Zugang der Mitteilung.

Sollte ich eine alte Berufsunfähigkeitsversicherung gegen einen günstigeren Vertrag tauschen?

Ein Preisvergleich allein reicht hier nicht aus. Gesundheitszustand, Berufsgruppe, Versicherungsbedingungen, Leistungsdauer und garantierte Berufsunfähigkeitsrente müssen gemeinsam verglichen werden. Der Altvertrag sollte erst nach verbindlicher Annahme eines geeigneten neuen Vertrags gekündigt werden.

Ist eine Beitragsfreistellung besser als eine Kündigung?

Das hängt vom Vertrag ab. Bei Lebens-, Renten- oder Berufsunfähigkeitsversicherungen kann eine Beitragsfreistellung wertvolle Rechte erhalten. Gleichzeitig sinken die versicherten Leistungen. Vor der Entscheidung solltest du dir die beitragsfreien Werte schriftlich berechnen lassen.

 

Fazit: Spare bei unnötigen Verträgen, nicht bei existenziellen Risiken

Versicherungen zu kündigen kann deine monatlichen Ausgaben reduzieren. Die beste Lösung besteht jedoch selten darin, möglichst viele Verträge zu streichen.

Besonders sinnvoll ist diese Reihenfolge:

  1. Doppelversicherungen erkennen
  2. Kleine und selbst tragbare Risiken prüfen
  3. Beiträge und Leistungen optimieren
  4. Wichtige Absicherungen aktualisieren
  5. Unpassende Verträge geordnet kündigen

So entsteht ein Versicherungsschutz, der zu deinem Leben passt und dein Budget effizient einsetzt.

FAQ

Häufig gestellte Fragen meiner Kunden

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Was deckt die KFZ-Teilkasko Versicherung bei Hagel?

Ja, Teilkasko übernimmt Hagelschäden am eigenen Auto.

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Kann ich die SF-Klasse beim Wechsel übertragen?

Ja, mit einer Schadenfreiheitsbescheinigung des alten Anbieters.

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Lohnt sich Teilkasko bei einem 10 Jahre alten Auto?

Nein – ab einem Restwert unter 4.000 € reicht die Haftpflicht.

Nein – ab einem Restwert unter 4.000 € reicht die Haftpflicht.

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